SACHVERSTÄNDIGER
BRANDSCHUTZ
INDUSTRIETORE
DREHTÜRANTRIEBE
RWA ANLAGEN 1. Einleitung 2. Was sind RWA - Anlagen 3. Feuer und Rauch 4. Brandfolgeschäden a.Rauchgase b.Zersetzungsprodukte c.Wärmeenergie 5. Rauchgas und Temperatur 6. Zeit = "Löschmittel" 7. Gesetzliche Grundlagen, technische Regeln a.Landesbauordnung (Bau 0 MV) 8. Allgemeines über RWA (Grundwissen) a.Allgemeines b.Aufgabe der Rauch- und Wärmeabzugsanlage c.Auslösung der RWA d.Wartung 1.Einleitung Zum   Schutz   von   Menschenleben   und   Sachwerten   sind   RWA   –   Anlagen,   sprich   Rauch-   und   Wärme- abzugsanlagen,  ein  bedeutender  Bestandteil des  vorbeugenden  Brandschutzes  geworden.  Mit verantwortungsvoller    Strategie    bei    der    Planung    kann    eine    maximale    Schadensbegrenzung    oder Schadensverhinderung   durchgeführt   werden.   Je   nach   Gebäudeart   sind   die   verschiedenen   gesetzlichen Grundlagen,   Vorschriften   und   Empfehlungen   zu   berücksichtigen.   Nur   durch   richtige   Anwendung   der   für den Gebäudetyp zutreffenden Grundlage kann eine korrekte Angebotsaussage unter    Berücksichtigung    der    richtigen    Versicherungstabellen    ausgearbeitet    werden.RWA    –    Anlagen verhindern kein Feuer. Im Falle eines Brandes sind sie jedoch wirksame Mittel zur Schadensbegrenzung. Sie helfen: 1. Menschenleben zu retten 2. Gebäude zu erhalten 3. Sachwerte zu schützen   2. Was sind RWA – Anlagen? RWA   Rauch-   und   Wärmeabzugsanlagen   sind   Teil   des   vorbeugenden   Brandschutzes.   Eine   RWA   –   Anlage besteht   aus   einzelnen   Rauch-   und   Wärmeabzugsgeräten   (RWG).RWG   Rauch-   und   Wärmeabzugsgeräte, die   sich   im   Brandfall   automatisch   und   /   oder   manuell   öffnen   lassen   und   so   Abzugsöffnungen   für   Rauch- und    Brandgase    im    Dach    freigeben.Zur    weiteren    ordnungsgemäßen    Funktion    einer    Rauch-    und Wärmeabzugsanlage   gehören   ferner   Branderkennungselemente,   Betätigungs-   bzw.   Auslösevorrichtungen, Öffnungsaggregate,   Energiezuleitungen   und   –   bei   größeren   Räumen   –   Rauchschürzen   zur   Unterteilung der   Fläche   unter   dem   Dach   in   Abschnitte.RWA   –   Anlagen   müssen   so   bemessen   sein,   dass   im   Brandfall Rauch-   und   Brandgase   den   Raum   nicht   vollständig   füllen   können   um   somit   eine   rauchfreie   Zone   am Boden   erhalten   bleibt.   Auslegung   und   Anordnung   sind   von   der   Art   und   der   Nutzung   des   Gebäudes abhängig   und   entsprechend   den   jeweils   zutreffenden   Regelwerken   zu   bemessen.   Bei   der   Bemessung einer   RWA   –   Anlage   ist   die   AWG   zugrunde   zu   legen.   Als   AWG   eines   Abzugsgerätes   (Fenster,   Lichtkuppel usw.)    wird    diejenige    Fläche    bezeichnet,    die    im    vollständig    geöffneten    Zustand    aerodynamisch    in Rechnung   gestellt   werden   darf.   Die   wirksame   Öffnungsfläche   einer   Rauchabzugsanlage   (RWA)   ist   die Summe     der     wirksamen     Öffnungsflächen     aller     einzelnen     Abzugsgeräte.     FürTreppenräume     sind Rauchabzüge   in   allen   Bundesländern   durch   die   Landesbauordnung   vorgeschrieben.   Auslösestellen   sind   im Erdgeschoss,     auf     dem     obersten     Treppenabsatz     bzw.     in     jedem     dritten     Geschoss     anzuordnen. Rauchabzugsanlagen   können   dabei   auf   Flachdächern   in   Form   von   Lichtkuppeln   oder   Lichtbändern,   bei Steildächern    als    unmittelbar    unter    der    Decke    liegende    Seitenfenster    angeordnet    werden.    Für Treppenräume   und   Versammlungsstätten   ist   die   geometrisch   freie   Rauchabzugsfläche   AG   anzusetzen. AG=geometrisch freie Rauchabzugsfläche   nach oben   3. Feuer und Rauch   Feuer im Freien Nur    unter    freien    Himmel    und    bei    Windstille    entwickelt    sich    der    so    genannte    Idealbrand.    Mit    der aufsteigenden   Konvektionswärme   bildet   sich   eine   senkrechte   Rauch-   und   Feuersäule,   der   sich   im   Freien kein   Hindernis   in   den   Weg   stellt.   Der   Temperaturanstieg   und   der   daraus   folgende   Überdruck   sorgen   für thermischen   Auftrieb   und   reißen   Rauch   und   Flammen   steil   nach   oben   in   die   Atmosphäre.   Die   Umgebung des   Feuers   bleibt   rauchfrei.   Am   Boden   entsteht   ein   Unterdruck,   der   frische   und   sauerstoffhaltige   Luft nachsaugt    und    für    einen    "sauberen"    Abbrand    sorgt.    Die    Entstehung    von    Schwelgasen,    die    zu explosionsartigen Verbrennungen führen können, wird da-durch minimiert.   Feuer im Gebäude Innerhalb   eines   Gebäudes   herrschen   völlig   andere   Bedingungen.   Die   Rauch-   und   Feuersäule   wird   durch die   Geschoss-   oder   Dachdecke   daran   gehindert,   nach   oben   abzuziehen,   d.h.   Rauch-   und   heiße   Brandgase steigen   auf   und   breiten   sich   unterhalb   der   Decke   aus.Gleichzeitig   füllt   dieser   schwarze   Rauch   den   ganzen Raum   von   oben   nach   unten   sehr   schnell   aus,   bis   der   Raum   völlig   verqualmt   ist.   Die   Rettung   von Menschenleben   und   gezielte   Löscharbeiten   sind   wenn   überhaupt-   nur   unter   erschwerten   Bedingungen möglich.   Erst   der   spätere   Zusammenbruch   der   Dachkonstruktion,   die   nicht   ausreichend   widerstandsfähig gegen   die   auftretenden   Temperaturen   ist,   lässt   die   angestauten   Rauch-   und   Brandgase   in   die   Atmosphäre entweichen.   Für   das   Gebäude   und      eventuell      eingeschlossene      Personen   kommt      dann   allerdings   jeder Rettungsversuch zu spät. nach oben   4. Brandfolgeschäden   Heiße    Rauch-    und    Brandgase,    die    sich    in    einem    geschlossenen    Gebäude    (Raum)    sammeln,    sind lebensgefährlich   und   vergrößern   die   Sachschäden.   Sinnvolle   Brandentlüftung   rettet   Leben   und   erhält Sachwerte. Bei   Feuer   werden   durch   den   Verbrennungsprozess   in   Verbindung   mit   dem   thermischen   Auftrieb   (warme Luft steigt nach oben) •    Rauchgase •    Zersetzungsprodukte •    Wärmeenergie freigesetzt, die im Raum erhebliche Brandfolgeschäden verursachen können.   4. a Rauchgase Rauchgase   behindern   zunächst   die   Sicht.   Orientierungsverlust   und   Panik   sind   die   Folge.   Flucht-wege (Fluchtwegbeschilderung)   sind   nicht   mehr   erkennbar   und   Löschmannschaften   können   den   Brandherd oder   eingeschlossene   Menschen   nur   schwer   orten.   Auch   weiter   vom   Brandherd   entfernt   lagernde   Güter können durch den Rauch geschädigt werden.   4. b Zersetzungsprodukte Diese   Produkte   sind   auch   abhängig   von   jeweiligen   Brandgut   (Kunststoff,   Holz,   Gummi   usw.).   Sie   werden mit   dem   Rauch   transportiert,   sind   bei   höheren   Temperaturen   meist   brennbar   und   vor   allem   giftig.   Sie erschweren   die   Atmung,   verursachen   Rauchvergiftungen   und   den   Erstickungstod,   der   mit   über   80%   als die   häufigste   Todesursache   bei   Brandkatastrophen   zu   beklagen   ist.   Löscharbeiten   können   oft   nur   mit schwerem Atemschutz durchgeführt werden.   4. c Wärmeenergie Es   bildet   sich   schon   nach   sehr   kurzer   Zeit   nach   dem   Brandausbruch   eine   heiße   Rauch-   und   Brand- gasschicht   unter   der   Decke.   Da   vom   Feuer   immer   mehr   Wärmeenergie   nachgeschoben   wird,   steigt   die Temperatur   ständig   weiter   an.   Ist   die   entsprechende   Entzündungstemperatur   der   ver-wendeten   Baustoffe bzw.   Lagergüter   erreicht,   so   entstehen   sekundäre   Brandherde   an   der   Deckenunterseite   und   sogenannte Wipfelbrände   an   hochgelagerten   Gütern.   Brennend   herab-fallende   Teile   tragen   den   Brand   weiter.   Die   im gesamten     Raum     gelösten     Zersetzungsprodukte     führen     schließlich     bei     Überschreitungen     ihrer Entzündungstemperatur   zur   Durchzündung,   dem   "flash   -   over"   (Feuerübersprung).   Bei   über   500   Grad Celsius    ist    die    Temperatur    erreicht,    bei    der    tragende    Stahlbauteile,    auch    die    Bewehrungen    von Stahlbeton,    ihre    Tragfähigkeit    verlieren.    Das    Gebäude    ist    dann    nicht    mehr    zu    retten.Richtig    und ausreichend   dimensionierte   und   korrekt   angeordnete   Brandentlüftungsöffnungen   in   Verbindung   mit   einer Unterteilung   des   Dachraumes   durch   Rauchschürzen   behindern   die   Ausbreitung   von   Rauchgasen,   Zer- setzungsprodukten   und   Wärmeenergie   und   ermöglichen   ihren   raschen   Abzug   nach   draußen.   Fluchtwege bleiben   rauchfrei;   die   Feuerwehr   kann   gezielt   und   schnell   eingreifen.   Sekundärbrände   und   der   "flash   over" werden weitgehend vermieden und so die Brandfolgeschäden reduziert.   nach oben   5. Rauchgas und Temperatur   Der   Verlauf   eines   Brandes   ist   entscheidend   abhängig   vom   Temperaturgeschehen   innerhalb   des   Raumes, in   dem   der   Brand   stattfindet.Während   in   den   ersten   15   Minuten   die   Rauchgasentwicklung   das   erste spektakuläre   Brandfolgeereignis   darstellt,   wird   die   Umgebungs-temperatur   zunächst   nur   gering   erhöht. Das   ändert   sich   mit   der   Entwicklung   großer   Rauchgasmengen.   Heißer   Rauch   und   zündfähige   Brandgase sammeln     sich     an     derDeckenunterseite     und     führen     dort     zu     einer     rapiden     Anhebung     des Temperaturniveaus.   Bereits   nach   15   Minuten   kommt   es   im   oberen   Teil   des   Raumes   zu   den   ersten Sekundärbränden   an   der   Dach-   bzw.   Deckenkonstruktion,   zu   Wipfelbränden   und   schließlich,   bei   Zündung der   Zersetzungsprodukte,   zum   "flash   –   over".   Ein   so   entstandener   Vollbrand   kann   sich   in   weniger   als   20 Minuten   entwickeln   und   ist   meist   nicht   mehr   zu   löschen.   Völlig   anders   und   wesentlich   langsamer   verläuft das    Brandgeschehen,    wenn    die    sich    an    der    Deckenunterseite    sammelnden    heißen    Rauchgase    und Zersetzungsprodukte   ins   Freie   abgeführt   werden   können.   Dadurch   wird   ein   Anstau   gefährlicher,   heißer und   explosiver   Stoffe   im   Raum   vermieden.   Der   Temperaturanstieg   wird   gemildert   und   vollzieht   sich weniger   rasant.   Die   Entstehung   von   Sekundär-   und   Wipfelbränden   sowie   die   Aus-bildung   des   "flash   - over"   werden   verzögert.   Die   Feuerwehr   hat   mehr   Zeit   zum   Löschen,   da   sich   der   Brand   bei   ihren   Eintreffen noch   nicht   zum   Vollbrand   entwickelt   hat.   Brandentlüftungen   dienen   also   in   erster   Linie   dazu,   Rauch   und Wärme   aus   dem   brennenden   Gebäude   abzuführen,   eine   Ausbreitung   des   Brandes   zu   verzögern   und bereits    vor    dem    Eintreffen    der    Feuerwehr    die    Voraussetzungen    für    eine    sinnvolle    und    gezielte Brandbekämpfung   zu   schaffen.   Die   gleichzeitige   Wärmeabführung   reduziert   für   die   Gebäudekonstruktion die Wärmebelastung und damit die Einsturzgefahr.   nach oben   6. Zeit = "Löschmittel"   Die   Zeit   ist   eines   der   wichtigsten   "Löschmittel"   der   Feuerwehren.   Zeit   bedeutet   mehr   Chancen   zur Rettung     von     Menschenleben,     mehr     Erfolg     beim     Erhalt     von     Gebäude-     und     Sachwerten.Die Löschmannschaften   brauchen   für   ihre   Arbeit   eine   rauchfreie   Schicht   über   dem   Boden.   Nur   dann   kann   der Brandherd   schnell   und   sicher   geortet,   nur   dann   können   unverzüglich   Maßnahmen   zur   Rettung   von Menschenleben    und    zur    Bekämpfung    des    Feuers    eingeleitet    werden.    Fehlen    Rauch-und    Wärme- abzugsanlagen,   wie   das   zum   Teil   bei   älteren   Gebäuden   der   Fall   ist,   müssen   zunächst   Öffnungen   auf   dem Dach    von    der    Feuerwehr    aufgehackt    werden.Abgesehen    vom    erheblichen    Zeitverlust    durch    diese Arbeiten,   muss   hier   auch   auf   die   erhöhte   Lebensgefahr   für   die   Lösch-mannschaften   hingewiesen   werden. Sie   sind   in   solchen   Fällen   oft   gezwungen,   auf   extrem   brand-belasteten   Konstruktionen   zu   arbeiten,   die   im nächsten    Augenblick    unter    ihren    Füßen    einstürzen    können,    sofern    diese    nicht    ausreichend    feuer- widerstandsfähig   sind.   Bei   Neubauten   sind   u.   a.   auch   aus   diesen   Gründen   von   vornherein   Rauch-   und Wärmeabzugsanlagen   oder   Geräte   einzuplanen   bzw.   häufig   schon   vorgeschrieben.Voraussetzung   für   den thermischen   Auftrieb   und   damit   für   die   Wirksamkeit   von   Rauch-   und   Wärmeabzugsanlagen   ist   die   Zufuhr von    entsprechenden    Frisch-luftmengen    in    das    brennende    Gebäude.    Im    Gegensatz    zu    Bränden    in kleineren   Räumen,   wo   einem   Brandherd   durch   Schließen   aller   Türen   und   Fenster   die   Sauerstoffzufuhr "abgedreht"   werden   kann,   liegen   bei   großen   Räumen   ganz   andere   Verhältnisse   vor.   In   Industrie-   und Lagerhallen,    aber    auch    in    Treppenräumen    ist    das    verfügbare    Sauerstoffvolumen    so    groß    und    die möglichen   Öffnun-gen   für   neuen   Sauerstoffzutritt   sind   so   vielfältig,   dass   ein   Brand   hier   nicht   durch   das Schließen   von   Türen   u.   ä.   erstickt   werden   kann.   Im   Gegenteil   –   die   Frischluftzufuhr   hat   wichtige,   die Brand-bekämpfung unterstützende Funktionen. 1. Sauberer Abbrand: Die zugeführte Frischluft bewirkt eine Reduzierung der Rauchgasmenge und der explosiven Schwelgase. 2. Thermik: Nachströmende   (kalte!)   Frischluft   erhöht   den   thermischen   Auftrieb   und   bewirkt   ein   schnelleres   Abziehen der Rauchgase durch die Öffnungen im Dach. 3. Temperaturminderung: Die Frischluftzufuhr im unteren Bereich ermöglicht der Feuerwehr näher an das Feuer heran-zukommen. 4. Freie Sicht: Durch   die   Frischluft   bildet   sich   im   unteren   Hallenbereich   eine   rauchfreie   Zone,   die   für   klare   Sicht   auf Rettungs- und Fluchtwegen sorgt.   nach oben     7. Gesetzliche Grundlagen, technische Regeln   Zum   Schutz   von   Menschenleben   und   zur   Erhaltung   von   Sach-   und   Gebäudewerten   sind   Rauch-   und   Wär- meabzugsanlagen   unverzichtbare   Bestandteile   einer   verantwortungsvollen   Brandschutz-Strategie.   Scha- densverhütung   und   Schadensbegrenzung   sind   volks-   und   betriebswirtschaftliche   Gebote.   Sie   finden   ihren Niederschlag   in   gesetzlichen   Grundlagen   und   technischen   Regeln,   die   bei   Planung,   Bemessung   und Ausführung   zu   berücksichtigen   sind.Die   Landesbauordnungverlangt   Rauchabzüge   für   Treppenräume   in allen    Gebäuden    ab    einer    bestimmten    Höhe.    Im    Regelfall    sind    Rauchabzüge    bei    solchen    Gebäuden verlangt,   in   denen   sich   in   einer   oder   mehreren   Etagen   in   mehr   als   7   m   Höhe   über   dem   Gelände,   Personen aufhalten   können   und   für   Versammlungsstätten.   Außerdem   schreibt   sie   für   Anlagen   besonderer   Art   und   / oder   Nutzung   für   den   Einzelfall   gesonderte   Maßnahmen   vor,   zu   denen   auch   der   Einbau   von   Rauch-   und Wärmeabzugsanlagen gehören kann.   DIN 18 232 behandelt    den    baulichen    Brandschutz    für    die    Anwendung    und    Bemessung    von    Rauch-    und    Wär- meabzugsanlagen   im   Industriebau,   gibt   Hinweise   für   den   sachgerechten   Einbau   und   legt   Prüf-verfahren für   Abzugsgeräte   fest.   Sie   stellt   den   anerkannten   Stand   der   Technik   dar.VdS   –   Richtlinie   Form   2098 beinhaltet   weitergehende   Empfehlungen   für   Planung   und   Einbau   von   Rauch-   und   Wärmeabzugsanlagen und    enthält    zusätzliche    Anforderungen    aus    versicherungstechnischer    Sicht.    Sie    fordert    Rauch-    und Wärmeabzugsanlagen   für   alle   eingeschossigen   gewerblichen   Gebäude   und   für   mehrgeschossige   Gebäude, bei   denen   die   Decke   gleichzeitig   die   Dachkonstruktion   darstellt.   Die   Einhaltung   dieser   Richtlinie   ist Voraussetzung   für   die   Berücksichtigung   von   Rauch-   und   Wärmeabzugsanlagen   bei   der   Rabattierung   der Feuerversicherungsprämie.Rauch-    und    Wärmeabzugsanlagen    als    sensible    und    sicherheitsrelevante Bauteile sind ausschließlich von anerkannten und erfahrenen Fachfirmen •    zu planen •    zu errichten und •    zu warten. Diese    Fachfirmen    stellen    sicher,    dass    Rauch-    und    Wärmeabzugsanlagen    korrekt    ausgelegt    und sachgerecht   eingebaut   werden.   Regelmäßige   Prüfung,   Wartung   und   falls   erforderlich   –   Instand-setzung sichern   die   Funktionsfähigkeit.   Halbjährlich   bzw.   jährlich   und   nach   jeder   Instandsetzung,ist   eine   Rauch- und   Wärmeabzugsanlage   durch   eine   autorisierte   Person   nach   den   Angaben   der   Fachfirma   zu   überprüfen. Mindestens   einmal   im   Jahr   muss   ein   vom   VdS   anerkannter   Fachbetrieb   die   Anlage   prüfen,   warten   und gegebenenfalls instand setzen, damit sie im Ernstfall zuverlässig und sicher einsatzbereit ist.’ nach oben 7 a. Landesbauordnung Mecklenburg - Vorpommern (LBauO M-V)    Dateigröße               Format    Landesbauordnung Mecklenburg - Vorpommern         412 KB                  8. Allgemeines über RWA (Grundlagen) 8 a. Allgemeines Die Richtlinien gelten nicht für Gebäude,    die    durch    eine    automatische    Feuerlöschanlage    (Raumschutzanlage)    mit    gasförmigen Löschmittel oder Leichtschaum geschützt sind. Aufgrund   der   Öffnungen   für   die   RWA   im   Dach   sind   der   Aufbau   und   die   Aufrechterhaltung   einer wirksamen Löschmittel – Konzentration nicht gesichert. Das     Vorhandensein     einer     Einrichtungsschutz-     oder     Objektschutzanlage     mit     gasförmigem Löschmittel schließt jedoch nicht generell die Anwendung dieser Richtlinie aus. Gebäude mit hochgestapelten Lagergütern oder einer langen Brandentwicklungsdauer. Um   in   diesen   Risiken   einen   ausreichenden   Brandschutz   sicherzustellen,   ist   in   der   Regel   der   Einbau   einer automatischen   Feuerlöschanlage,   z.B.   einer   Sprinkleranlage,   erforderlich.   Auch   für   solche   Risiken   können RWA     zweckmäßig     sein,     weil     auch     bei     Einsatz     einer     Löschanlage     Brandgase     und     thermische Zersetzungsprodukte    entstehen,    die    abgeführt    werden    müssen.Treppenräume:    Die    Entrauchung    von Treppenräumen erfolgt nach Maßgabe der Landesbauordnung.   8 b. Aufgabe der Rauch und Wärmeabzugsanlage In   einem   geschlossenen   Raum   steigen   Rauch   und   heiße   Brandgase   über   der   vom   Brand   erfassten   Fläche durch   die   Thermik   bis   zum   Dach   bzw.   bis   zur   Decke   (im   folgenden   als   Dach   bezeichnet)   auf,   breiten   sich dort   aus   und   füllen   den   gesamten   Raum.   Durch   ausreichend   dimensionierte   und   entsprechend   ange- ordnete   Abluft-   und   Zugluftöffnungen   sowie   durch   eine   Unterteilung   des   Dach-raumes   durch   Rauch-   und Wärmeschürzen   in   Dachabschnitte   wird   erreicht,   dass   die   Schicht   von   Rauch   und   heißen   Brandgasen   ein bestimmtes Maß nicht überschreitet. RWA ermöglichen oder erleichtern daher im Brandfall die Sicherung der Fluchtwege, den schnellen und gezielten Löschangriff der Feuerwehr, den Schutz der Gebäudekonstruktion, der Einrichtung und des Inhalts, die Reduzierung der Brandfolgeschäden durch thermische Zersetzungsprodukte. Die abzuführende Brandgas – Luft – Menge ist abhängig von der Brandgefahr und Lagerhöhe erwarteten Brandentwicklungsdauer, Deckenhöhe, Höhe der angestrebten rauchfreien Schicht. Voraussetzung   für   die   Wirkung   der   RWA   ist   jedoch,   dass   sich   die   Rauch-   und   Wärmeabzugsgeräte   (RWG) in   dem   vom   Brand   betroffenen   Dachabschnitt   frühzeitig   öffnen,   und   dass   ausreichend   Zu-luft   vorhanden ist.   In   Kombination   mit   einer   Werk-   oder   öffentlichen   Feuerwehr   kann   die   RWA   mit   dazu   beitragen,   dass der Schaden möglichst gering gehalten wird. Begriffe    Aerodynamisch    wirksame    Öffnungsfläche    (Aw):    ist    die    geometrische    Öffnungsfläche    (Ag) multipliziert   mit   dem   Durchflussbeiwert   (Cv).Sie   ist   sowohl   für   ein   Gerät   (Awg)   als   auch   für   die   gesamte Anlage    (Awa)    definiert.    Auslöseeinrichtung:    dient    dem    Öffnen    der    Rauch-    und    Wärmeabzugs- geräte.Bemessungsgruppe:   ist   ein   für   die   Bestimmung   des   Prozentsatzes,   des   Anteils   der   aerodynamisch wirksamen   Öffnungsfläche   Aw,   notwendiger   Parameter.   Sie   ergibt   sich   aus   der   Brandgefahr   BG,   der erwarteten    Brandentwicklungsdauer    und    bei    Lagern    zusätzlich    aus    der    Lagerhöhe.    Branderken- nungseinrichtungen:   sind   Bauteile,   die   auf   Rauch,   Strahlung   oder   Wärme   ansprechen.Für   RWA   dürfen   nur automatische   Rauch-   oder   Wärmemelder   nach   DIN   EN   54   oder   RWA   –   Melder   eingesetzt   werden.   RWA   Melder   sind   Thermo   –   Maximalmelder   in   Einrichtungen   zur   Ansteuerung   der   RWG,die   den   Richtlinien "Richtlinie   zur   Ansteuerung   für   Rauch-   und   Wärmeabzugsanlagen   –   Anforderung   an   Bauteile   und   Systeme –   (VdS   2159)"   entsprechen.   Dachabschnittsfläche   (AR):   ist   eine   horizontale   Teilfläche   unterhalb   des Dachraumes,   die   durch   Rauch-   und   Wärmeschürzen   oder   vollwandige   Konstruktionsbauteile   (z.B.   Binder) gebildet    wird.    Dachunterabschnitt:    ist    ein    Teil    unterhalb    eines    Dachabschnitts,    der    durch    das geschlossene   Dachtragwerk   oder   andere   geschlossene   herunterragende   Einbauten   gebildet   wird,   deren Mindesthöhe   25%   der   Rauchschicht   beträgt,   und   der   eine   Fläche   von   mindestens   100m²   hat.   Deckenhöhe (h):   ist   das   Maß   zwischen   Oberkante   Fußboden   und   dem   Mittel   zwischen   dem   nie-drigsten   und   höchsten Punkt   der   Decke   oder   der   Dachkonstruktion.Durchflussbeiwert   (Cv):   ist   das   Verhältnis   von   tatsächlicher Durchflussrate   zur   theoretischen   Durchflussrate   eines   RWG.   Der   Beiwert   ist   eine   konstante   Größe   für   das betrachtete   RWG   und   berücksichtigt   alle   Einbauten   im   RWG,   wie   Gestänge,   Zylinder,   Federn.   Geome- trische    Öffnungsfläche    (Ag):    eines    Rauch-    und    Wärmeabzugsgerätes,    ist    die    kleinste    geometrische Öffnungsfläche   des   Gerätes.   Gruppenauslösung:   ist   die   automatische   oder   manuelle   Auslösung   mehrerer RWG   in   einem   Dachabschnitt.   Manuelle   Auslöseeinrichtung   (Handansteuereinrichtung):   dient   dazu,   den Öffnungsvorgang   manuell   einzuleiten.Rauch-   und   Wärmeabzugs   –   Gerät   (RWG):   ist   ein   Gerät,   das   im Brandfall   automatisch   eine   Öffnung   im   Dach   freigibt,   damit   Brandgase,   Wärme   und   Rauch   natürlich abgeleitet   werden.Rauch-   und   Wärmeabzugs-   Anlage   (RWA):   ist   die   Gesamtheit   aller   Einrichtungen,   die im   Brandfall   den   Abzug   von   Brandgasen,   Rauch   und   Wärme   durch   Rauch-   und   Wärmeabzugsgeräte (RWG)   im   Dach   sicherstellen.Rauch-   und   Wärmeschürze:   ist   ein   Bauteil,   welches   dem   seitlichen   Abfließen des   Rauches   und   der   heißen   Brandgase   entgegenwirkt.   Sie   reicht   von   der   Dachunterseite   bis   zu   einer bestimmten Höhe über dem Fußboden und begrenzt Dachabschnittsflächen.   nach oben   8 c. Auslösung der RWA Funktionssicherheit der Auslöseeinrichtung Auslöseeinrichtungen    einschließlich    der    dazugehörigen    Leitungssysteme    müssen    so    konstruiert    und montiert   werden,   dass   sie   im   Brandfall   ihre   Funktion   sicher   erfüllen   und   die   RWG   innerhalb   von   45   Sek. nach Auslösung bis in die Endstellung öffnen.   Manuelle Auslösung RWG   müssen   grundsätzlich   mittels   Handansteuereinrichtungen   ausgelöst   werden   können.   Die   ma-nuelle Auslösung   muss   im   Brandfall   von   sicherer   Stelle   aus   möglich,   zugleich   aber   auch   gegen   un-beabsichtigtes Betätigen   gesichert   sein.   An   der   Handansteuereinrichtung   muss   erkennbar   sein,   ob   sie   betätigt   wurde und welchem Dachabschnitt sie zugeordnet ist.   Automatische Auslösung RWG   müssen   mit   einer   automatischen   Einzelauslösung   ausgerüstet   sein.   Bei   RWA   mit   Gruppen-auslösung dürfen   nicht   mehr   als   die   innerhalb   eines   Dachabschnittes   gelegenen   RWG   automatisch   öffnen.   Bei automatischer   Gruppenauslösung   durch   Rauchmelder   ist   für   je   400m²   Dach-abschnittsfläche   mindestens ein   Rauchmelder   vorzusehen.   Die   RWG   dürfen   auch   durch   eine   auto-matische   BMA   (Brandmeldezentrale) ausgelöst   werden.   In   Hallen   mit   automatischen   Feuer-löschanlagen   darf   das   Auslösen   von   Löschanlagen nicht   dadurch   verzögert   werden,   dass   durch   Rauch-   und   Wärmeabzugsanlagen   die   Brandwärme   abfließen kann.    In    Gebäuden    mit    Sprinkler-,    Schaum-,    Sprühwasser-,    oder    Pulver    –    Löschanlagen    ist    die gruppenweise   Auslösung   der   Rauch-   und   Wärmeabzugsgeräte   nur   manuell   zulässig.   Ansprechtemperatur von   RWA   –   Meldern   Die   statische   Ansprechtemperatur   von   RWA   –   Meldern   für   die   Einzelauslösung   soll   im Normalfall   nicht   höher   sein   als   72°   C   unter   der   Annahme   einer   Umgebungstemperatur   von   max.   60°   C. Bei   höheren   Umgebungstemperaturen   kann   eine   entsprechend   höhere   Ansprechtemperatur   der   RWA   Melder erforderlich sein. RWA – Melder müssen am RWG so angebracht sein, dass eine ungehinderte Umströmung erfolgen kann.   Allgemeine Anforderungen RWG   müssen   so   beschaffen   sein   und   eingebaut   werden,   dass   ihre   Funktion   auch   bei   Seitenwind   nicht behindert    wird.    Sowohl    die    Funktionsfähigkeit    der    eingebauten    Geräte    als    auch    die    wirksame Öffnungsfläche   müssen   durch   Prüfzeugnisse   nachgewiesen   werden.   Die   technischen   Anforderungen   und Prüfbestimmungen    für    RWG    sind    in    DIN    18    232    Teil    3    enthalten.Abnahme    und    Unterlagen    Die Errichterfirma   hat   bei   der   Übergabe   die   Funktionsfähigkeit   der   RWA   nachzuweisen   und   dem   Bauherrn folgende Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Betriebs-   und   Bedienungsanleitung   zusammen   mit   einer   Darstellung   der   Funktionsteile   der   RWA, mit deren Systemsbezeichnung und bei VdS – anerkannten Anlagen der Anerkennungsnummer, Prüf- und Wartungsanleitung zusammen mit einer Liste der Austauschteile für die Wartung, Zeichnungen,     aus     denen     Lage     und     Abmessungen     der     RWG     sowie     der     Auslöse-     und Handansteuereinrichtung ersichtlich sind Installationstest   8 d. Wartung In   regelmäßigen   Zeitabständen,   nach   Angaben   des   Herstellers,   mindestens   jedoch   jährlich,   müs-sen   RWA sowie   ihre   Betätigungs-   und   Steuerelemente,   Öffnungsaggregate,   Energiezuleitungen   und   ihr   Zubehör auf     Funktionsfähigkeit     und     Betriebsbereitschaft     von     einer     Fachkraft     geprüft,     ge-wartet     und gegebenenfalls    instand    gesetzt    werden.    Die    Prüfungen    sind    in    einem    Betriebsbuch    zu    vermerken. Instandsetzungsarbeiten    dürfen    von    jeder    Fachfirma    für    RWA    durchgeführt    werden,    wenn    eine Lieferzusage   der   Errichter   Firma   über   Ersatzteile   für   das   betreffende   System   vorliegt.   Für   Anlagen,   auf die   der   Versicherer   einen   Rabatt   auf   die   Versicherungsprämie   gewährt,   darf   nach   Klausel   3610   die Behebung   der   festgestellten   Mängel   nur   durch   eine   vom   VdS   anerkannte   Fachfirma   durchgeführt   werden. Prüfung und Wartung sind bei diesen Anlagen halbjährlich durchzuführen. nach oben
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038429 26000